Eine fortschrittliche Gesellschaft kann nur eine emanzipierte sein

Kommentar zum Weltmädchentag 2016

Sarah Schwarzrock, stellvertretende Kreisvorsitzende

Auch in diesem Jahr soll der Weltmädchentag an die Diskriminierung von Mädchen und vielen jungen Frauen erinnern. Derzeit haben immer noch 61 Millionen Mädchen weltweit keinen Zugang zu Schulen und Bildung. Traditionelle Genitalverstümmelungen und Zwangsheirat werden beispielsweise im Senegal oder im Jemen nach wie vor praktiziert. Laut der Organisation „save the children“ leben derzeit weltweit 700 Millionen Frauen, deren Ehe vor ihrem 18. Geburtstag geschlossen wurde.

Jede zehnte Frau unter 20 Jahren hat bereits sexuelle Gewalt erleben müssen. Auch in Deutschland sind sexueller Missbrauch und Misshandlungen an den Jüngsten unserer Gesellschaft akut. Auch die Opfer der derzeitigen „nein-heißt-nein“-Debatte dürfen wir nicht vergessen.

Obwohl 52% der Kinder, die an deutsche Gymnasien gehen, Mädchen sind und auch die Mehrheit der Studierenden weiblich ist, dünnt sich der weibliche Anteil in der späteren akademischen Laufbahn stark aus. Besonders das Verhältnis bei Promotionen und Habilitationen kippt stark zu Ungunsten der Mädchen. Die Diskriminierung setzt sich im weiteren Arbeitsleben nahtlos fort.

Hier ist Aufklärung die erste Pflicht der Politik, denn nur eine aufgeklärte und sensibilisierte Gesellschaft kann gegen aktuelle Missstände ankämpfen. Lasst uns ein Zeichen setzen für eine gerechte Welt, unabhängig vom Geschlecht.