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Kultur

Einleitung

Kultur tritt uns in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens entgegen, sie wirkt auf unser Denken und Handeln, sie lässt uns neue Räume erschließen und erst sie ermöglicht es uns unsere Gesellschaft in ihrer Vielfalt wahrzunehmen. Kultur ist keine freiwillige Leistung oder Almosen. Kultur ist Brot und Salz gesellschaftlichen Lebens und die Teilhabe an Kultur ist Grundbedürfnis und Grundrecht eines jeden.

Auch in Mainz ist Kultur nicht allein gefällige, symbol- und prestigeträchtige Hochkultur, sondern tagtägliche Praxis. Leider bleibt gerade diese oftmals wenig sichtbar, eingeschränkt durch ungenügende Räume für Ausstellungen, Veranstaltungen und Arbeitsräume der KünstlerInnen, sie ist geprägt durch zu wenige Räume, die frei von kommerziellem Erfolgszwang neue, experimentierende Formen kultureller Ausdrucksformen ermöglichen.

Die Stadt Mainz verharrt in ihren kultur- und geschichtspolitischen Vorstellungen im Vorgestern, bei einem Kaiser-Wilhelm-Ring, einer Kaiserstraße oder einer Hindenburgallee und den an zahlreichen Orten gedachten und bewunderten Kriegs‘helden‘ der letzten Jahrhunderte. Großveranstaltungen und -projekte mit Wirkung auf ein näheres oder weiteres Umland überwiegen in ihrer öffentlichen Raumnahme bei Weitem dem lokal, mitunter widerständigem, von unten nach oben zu kehrenden kulturellen Ansätzen.

Forderungen
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Raum für Kunst
Die Linke fordert die Schaffung eines innenstadtgelegenen oder -nahen städtischen Rock- und Kulturpalastes mit großen und kleinen Auftrittsmöglichkeiten, Proberäumen, Ausstellungsflächen und Ateliers, ohne kommerzielle Orientierung. Ein vielfältiger Raum, der zugleich die bestehenden Initiativen von KünstlerInnen besser vernetzen, ihre Projekte und Gegenstände besser sichtbar und Anlaufpunkt für alle MainzerInnen sein.
Zum Aufbau einer solchen Einrichtung und für die Etablierung einer breit gefächerten städtischen Kulturpolitik fordern wir die Schaffung einer Koordinationsstelle für die Vernetzung der regionalen Kunst-, Theater- und Musikszene. Wir fordern eine Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten öffentlicher Räume, noch mehr von Leerständen und Freiflächen durch Mainzer KünstlerInnen.
Nicht allein die Leuchttürme der Hochkultur sind förderungswürdig, sondern in weit höherem Maße als bisher auch die Freien Künste.

Kultur für die Jugend
Die Stadt Mainz soll bei allen von ihr geförderten Projekten zumindest ein gewisses Kontingent an Zugängen, bei von ihr vollauf finanzierten Institutionen freien Zugang für Kinder und Jugendliche erwirken. Initiativen und Organisationen die in Selbstverwaltung Projekte, Konzerte, Festivals u.a. initiieren wollen, sollen finanziell und infrastrukturell gezielt gefördert werden.

Geschichts- und Gedenkpolitik
Die Geschichts- und Gedenkpolitik von Mainz benötigt eine radikale Demokratisierung ihrer Erinnerungskultur. Straßennamen und Gedenkstelen für monarchistische und andere anti-demokratische Persönlichkeiten müssen kritisch überprüft, begleitet und umbenannt oder umfassend kontextualisiert werden. Dabei sind nicht alleine Bezüge auf den deutschen Faschismus zu behandeln, sondern weit allgemeiner alle in Bezug menschenfeindliche Praktiken wie bspw. Antisemitismus, Kolonialismus, Militarismus und Rassismus. Es ist Aufgabe der Stadt ihre verschütteten Geschichten aufzuzeigen, Profiteure und Opfer diktatorischer Regime auch in Mainz sichtbar zu machen.

Mainzer Feste
Auf den städtischen Großveranstaltungen, wie dem Johannisfest, dem Weinfest, dem Weihnachtsmarkt oder ‚Mainz lebt auf seinen Plätzen‘, ist der Fokus verstärkt auf regionale KünstlerInnen zu legen und diesen sind vermehrt Präsentations- und Auftrittsmöglichkeiten einzurichten. Die Bandbreite an künstlerischen Darbietungen ist dabei zu erhöhen und soll nach Möglichkeit weit mehr Genres erfassen, als das bis jetzt der Fall ist.
Zur Erhöhung der Teilhabe aller MainzerInnen sind die Preisgestaltungen und die Vorgaben an SchaustellerInnen und BeschickerInnen so zu gestalten, dass mehr und ungeachtet der real existierenden sozialen Spaltung in dieser Gesellschaft ihre Teilhabe ausüben können.