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Deliveroo stellt Betrieb ein - Warnsignal für Lieferdienste

Sie sind aus dem Stadtbild kaum wegzudenken: Fahrradkuriere, die in Windeseile Essen von A nach B bringen. Der Zulieferermarkt ist hart umkämpft und fordert nun ein erstes prominentes Opfer. Der Zulieferdienst Deliveroo stellt seinen Dienst in mehreren deutschen Städten ein – darunter ist Mainz.

Warum das eine positive Entwicklung ist, erläutert DIE LINKE Kreisvorsitzender Tupac Orellana:

„Viele Zulieferbetriebe fielen in der Vergangenheit durch
problematischen Umgang mit Arbeitnehmerrechten auf. Ausrüstung und Fahrräder mussten die Kuriere oft selbst stellen, Reparaturen wurden nicht ausgeglichen und die Fahrerinnen und Fahrer wurden für besonders schnelle Einsätze finanziell belohnt, was zu gefährlichem Fahrverhalten der Kuriere führen kann. Die Kuriere organisierten sich in der Bewegung Liefern am Limit, die für gute Arbeitsbedingungen für Fahrerinnen und Fahrer bei Foodora, Lieferando und Deliveroo kämpfen. Besonders
Deliveroo stach bei der Auseinandersetzung um bessere Arbeitsbedingungen negativ hervor. In verschiedenen Städten wurde die Gründung von Betriebsräten verhindert, einem Fahrer wurde gekündigt, nachdem er nach einem schweren Unfall die firmeneigene Versicherung einschalten wollte, Lohnzahlungen wurden vorenthalten und mussten vor Gericht erkämpft werden und feste Anstellungen sind die Ausnahme. Die Landeshauptstadt kann auf schlechte Arbeitgeber verzichten, die systematische Ausbeutung ihrer Beschäftigten zum Geschäftsmodell macht.

Hoffentlich ist das Schicksal von Deliveroo in Mainz ein Warnsignal. Der Rückgang von Deliveroo ist auch eine Errungenschaft von gewerkschaftlich organisierter Solidarität durch Liefern am Limit. Ich hoffe, dass sich die Fahrerinnen und Fahrer in Mainz auch zusammenschließen, um den übrigen Lieferdiensten auf die Finger zu schauen. Meine Partei leistet dabei gern Unterstützung."

DIE LINKE Mainz/Mainz-Bingen setzt sich für gute Arbeitsbedingungen ein und kämpft gegen Leiharbeit und unnötige Befristungen. Besonders im Bereich der Gastronomie sind prekäre Beschäftigungsverhältnisse keine
Ausnahme. Wir stehen an der Seite der Gewerkschaften für eine größere Organisierung der Arbeitnehmerschaft.


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