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DIE LINKE Mainz/Mainz-Bingen zum Fall Susanna

In der vergangenen Woche wurde die Leiche der 14-jährigen Susanna aus Mainz in Wiesbaden-Erbenheim gefunden. Die Obduktion deutet auf eine Vergewaltigung mit anschließendem Mord hin. Im Verdacht steht der Iraker Ali B., welcher zunächst in den Nordirak floh, nun wieder nach Wiesbaden gebracht und vernommen wurde.

Die AfD reagierte darauf am vergangenen Samstag mit einer Mahnwache vor der Staatskanzlei in Mainz. Uwe Junge, Fraktionsvorsitzender der AfD im rheinland-pfälzischen Landtag sprach dort bei einem TV-Interview von der Parallelität zu dem Fall Mia in Kandel und stellte fest: „da treffen zwei Kulturen aufeinander. Die eine naiv und gutgläubig und die andere archaisch, brutal.“ DIE LINKE fragt sich nun, weshalb die Parallelität gerade zwischen diesen zwei Fällen gezogen wird, obwohl in Deutschland jährlich im Schnitt rund 500 Mordfälle und rund 8000 Fälle der Vergewaltigung registriert werden? Die Dunkelziffer wird weit höher geschätzt. Sexualisierte Gewalt und Mord ist kein importiertes Phänomen, sondern findet in familiären Strukturen seit jeher statt. Und dies ist der Punkt. Der/die rechte BürgerIn möchte sich gut fühlen in einem Zustand der patriarchalen Vormachtstellung, in der häusliche Gewalt keine Aufmerksamkeit findet. DIE LINKE widersetzt sich dieser Anschauung. Wir fordern, dass alle Mordfälle ernst genommen werden, nicht nur die, die in das Rassendenken einiger Bürger passen. Zudem wirft sich hier die Frage auf, weshalb dem Vorwurf, Ali B. habe in seiner Asylunterkunft junge Frauen sexuell genötigt, nie nachgegangen wurde.
Wir fordern, dass jedem Menschen das Recht gegeben wird, vorurteilsfrei angesehen zu werden. Wenn von Frauen erwartet wird, nicht alle Männer als Vergewaltiger zu verurteilen, obwohl 93% der sexuellen Missbrauchsfälle von ebendiesen ausgehen, dann erwarten wir dies auch gegenüber Geflüchteten. DIE LINKE möchte die Zunahme an Sexualdelikten von Tätern aller Hintergründe nicht ignorieren. Wir lassen uns auch, auf eine Untersuchung aller Religionen hinsichtlich repressiver Gedanken ein, solange dies nicht zu einer ausschließlichen Islamkritik verkommt. DIE LINKE glorifiziert den Islam nicht, sie sieht ihn als eine Religion an, zu der sich jeder Mensch frei entscheiden darf.
Katalin Newiger, Mitglied des Kreisvorstands der LINKEN und Mainz zusammenfassend: „Wir verurteilen die Tat an Susanna, setzen unseren feministischen Kampf fort und sind dabei konsequent antirassistisch.“

Kim Brinkmann / Presseteam DIE LINKE Mainz/Mainz-Bingen


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