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DIE LINKE. STADTRATSFRAKTION MAINZ

Missbrauch in katholischer Kirche: Die Stadtratsfraktion DIE LINKE fordert eine unabhängige Kommission zur Untersuchung von möglichen Fällen in Mainz

Vergangene Woche wurde durch eine veröffentliche Studie mit dem Titel „Erfahren. Verstehen. Versorgen.“ deutlich, dass es im Bistum Mainz weitaus mehr Fälle sexuellen Missbrauchs gab, als bisher ohnehin schon angenommen. Dabei bestehen viele offene Fragen, die jetzt auch von Seiten der Politik und Verwaltung aufgegriffen und geklärt werden müssen. Der Opferschutz muss dabei an oberster Stelle stehen.

 

Kirchliche Träger von Kindertagesstätten erfüllen einen öffentlichen Versorgungsauftrag und müssen deshalb umso dringender öffentlicher Kontrolle unterzogen werden. Dabei muss unter anderem aufgeklärt und für die Öffentlichkeit transparent dargestellt werden, ob und inwieweit Kindertagesstätten in Mainz von Missbrauchsfällen betroffen waren oder womöglich sind. Darüber hinaus muss geklärt werden, wie die Stadt Mainz ihrer Kontrollpflicht bezüglich kirchlicher Träger nachgekommen ist, ob es hier zu Versäumnissen gekommen ist und welche weiteren Handlungspflichten daraus gegebenenfalls resultieren.

 

Die Fraktion DIE LINKE fordert deshalb eine Stadtratsinitiative zur Einsetzung einer unabhängigen Expertenkommission sowie die angemessene Ausstattung mit finanziellen Mitteln. Schadenersatzansprüche gegenüber dem Bistum Mainz sind dabei mit zu prüfen. Das Signal an die Opfer muss deutlicher werden. Ein weiteres Schweigen und folgenloses Bedauern sind das falsche Signal und reichen nicht aus.

 

Der mangelnde Aufklärungswille in weiten Teilen der Kirche, der dieses Schweigen über Jahrzehnte willentlich mitgetragen hat, wird an der veröffentlichten Zahl der Opfer deutlich. „Hier kann von keinem Einzelfall mehr gesprochen werden, sondern von einem strukturellen Problem innerhalb der katholischen Kirche. Diese erschütternden Ausmaße des sexuellen Missbrauchs müssen schnellstens und unmittelbar von einer unabhängigen Kommission untersucht und aufgeklärt werden“, so Stadtratsmitglied Leonie Sayer. „Gerade eine differenzierende Sichtweise, die nicht alle kirchlichen Einrichtungen in einen Topf steckt, erfordert, dass schwarze Schafe identifiziert werden. Dies geht nur mit scharfer Aufklärung der bisher bekannten Fälle wie auch im Dunkelfeld.“

 

Presseerklärung vom 19. 10. 2020

 


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