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Tupac Orellana

Privatinvestoren sind kein Partner für sozialen Wohnraum - Eine soziale Wohnraumoffensive muss her

Dass die Mieten in Mainz ein Problem sind, ist nicht erst seit gestern bekannt. Die Mieten steigen immer weiter und viele Menschen werden aus ihren alten Stadtteilen verdrängt und müssen in äußere Stadtteile oder das Umland ziehen. Die Landeshauptstadt wird immer unbequemer für Menschen mit klammem Geldbeutel. „Normalverdiener“ und Familien. Diese Entwicklung ist kein Zufall. Die Politik hat den Wohnungsbau immer stärker in die Hand von privaten Initiativen gegeben. Im Gegensatz zu der Stadt und ihrer stadtnahen Gesellschaften haben private Investoren keinen sozialen Auftrag und behandeln Wohnraum als Anlagemöglichkeit und versuchen den meisten Profit aus diesen Projekten zu holen. Das Ergebnis sind Reichenviertel, wie der Zollhafen (z.T. 7000 €/m² Kaufpreis), Leerstand und Luxussanierung.

Dass Privatinvestoren kein zuverlässiger Partner für sozialen Wohnraum sind, zeigt eine Anfrage der Linksfraktion im Mainzer Stadtrat. Zwischen 2013 und 2017 wurden knapp 84 % aller fertiggestellten Wohneinheiten von privaten Initiativen geschaffen. Aus diesem Mammutanteil der neuen Wohnungen in Mainz sind etwas mehr als 2% im Rahmen des geförderten Wohnbaus errichtet worden. Das sind gerade mal 90 Wohneinheiten. Wer wundert sich da noch über Mietpreise von 13€/m²?
Wir brauchen dringend eine Wohnraumoffensive für deutlich mehr geförderten Wohnraum aber auch günstigen nicht-geförderten Wohnraum. Durch den Markt wird Wohnraum zum Spekulationsobjekt. Die Politik muss hier deutlich eingreifen und entgegensteuern.

DIE LINKE fordert:

  • Schluss mit dem Verkauf von städtischen Flächen. Die Stadt und die stadtnahen Betriebe verkaufen immer mehr Fläche, die auch für Wohnbauinitiativen geeignet sind. Damit mit Schluss sein.
  • Deutliche Steigerung der Quote an Sozialwohnungen. Die Wohnbau Mainz hat etwas mehr als 40% Sozialwohnungen in ihrem Bestand. Das reicht nicht. Die Quote muss deutlich erhöht werden
  • Mehr städtisches Engagement. Die Stadt und die stadtnahen Betriebe müssen wieder mehr selbst bauen und verwalten. Nur so können stabile Preise und faire Mieten gesichert werden. Keine Rendite mit der Miete

DIE LINKE überregional

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