Zum Hauptinhalt springen

Barrierefreiheit bei Stadtfesten konsequent mitgedacht? (Die Linke)

Carmen Mauerer

Auch in diesem Jahr hat die Stadt Mainz die Johannisnacht veranstaltet. Sicher gibt es

positive Entwicklungen bezüglich der Barrierefreiheit bei Mainzer Stadtfesten, allerdings ist

noch viel Luft nach oben. Das hat sich u.a. beim Abschlussprogramm des Johannisfestes

– der Drohnenshow – am Rheinufer gezeigt.

Der Zugang auf die Brücke erfolgte über Einlass-Schleusen auf der Straße. Die gesamte

Theodor-Heuss-Brücke verfügt dort jedoch über einen erhöhten Bordstein (geschätzt ca.

10 cm) ohne erkennbare Möglichkeit mit dem Rollstuhl – insbesondere mit E-Rollstuhl –

auf den Gehweg zu gelangen. Sicherheitsmitarbeitende vorort konnten im konkreten Fall

nicht weiterhelfen und wussten auch keinen alternativen, barrierefreien Zugang.

Geholfen haben letztendlich die Johanniter: vier Personen haben den E-Rollstuhl (300 kg

Last!) auf den Gehweg gehoben – die einzige Möglichkeit für den betroffenen E-

Rollstuhlfahrer, die Drohnenshow von der Brücke aus zu sehen.

Aus Sicht der Betroffenen hätte es denkbar einfache Lösungen gegeben, die Barrierefrei-

heit zu verbessern: zeitweise Öffnung des errichteten Gehwegzauns, so dass Rollstuhlfah-

rende von unten hätten auf den Gehweg fahren können oder über den Einsatz mobiler

Rampen, die es ermöglicht hätten, den Bordstein zu überwinden.

1 Wurde für die Veranstaltung ein Konzept zur Barrierefreiheit erstellt?
2 Wurde die Erreichbarkeit der Zuschauerbereiche für Rollstuhlfahrende geprüft?
3 Warum wurde an dieser Stelle keine barrierefreie Zugangsmöglichkeit vorgesehen?
4 Welche Maßnahmen plant die Stadt, damit solche Situationen bei zukünftigen Großveranstaltungen nicht erneut auftreten?
5 Ist geplant, auf der neuen Webseite der Stadt Mainz im Veranstaltungskalender die Auskunft über Barrierefreiheit als Pflichtfeld einzuführen?

bi.mainz.de/vo0050.php

Zurück zum Kopf der Seite