Hilfe für Angehörige von Menschen im Gaza-Streifen

Carmen Mauerer

Für die Stadtratssitzung am 1.10.2025 wurde ein Antrag der Linksfraktion, der die Medizi-nische Evakuierung verletzter Kinder aus dem Gaza-Streifen zum Inhalt hatte, von der Verwaltung nicht zugelassen. Bei der Stadtratssitzung selbst meldete sich während der Einwohnerfragestunde eine Frau zu Wort, die auf die Situation der Menschen im Gaza-Streifen aber auch auf deren Angehörige hinwies, die tagtäglich das Leid ihrer Verwand-ten ertragen müssen. Sie gab damit all jenen ein Gesicht, die hier in Mainz leben und sich mit ihrem Entsetzen, ihrer Trauer und den eigenen Traumata allein gelassen fühlen.

 

Unabhängig davon, wie sich die Lage im Gazastreifen weiterentwickelt, wird das Elend dort Bestand haben und werden die Angehörigen hier aus der Distanz hilflos zusehen müssen. Dieses Erleben, das Gefühl der Machtlosigkeit und die Angst um die Familie machen einen normalen Alltag fast unmöglich. Es braucht dringend Anlaufstellen, die psychologische und therapeutische Hilfestellung anbieten können und für den Umgang mit traumatisierten und retraumatisierten Menschen geschult sind. Diese Anlaufstellen müssen in geeigneter Weise den Betroffenen und Hilfesuchenden zugänglich gemacht werden.

 

Der Presse war am 29.10.2025 zu entnehmen, dass die Bundesregierung auch weiterhin die Aufnahme von verletzten Kindern aus dem Gaza-Streifen ablehnt. Anders als viele andere Bundesländer hat sich das Land Rheinland-Pfalz in keiner Weise dazu geäußert. Auch deshalb ist es notwendig, dass die Landeshauptstadt Mainz hier ein klares, huma-nitäres Bekenntnis abgibt und damit den Druck auf das Land und den Bund erhöht, da-mit ein Umdenken stattfindet.

 

Deshalb fragen wir an:

1 Sind der Stadt Mainz entsprechende Einrichtungen bekannt, die diese Unterstützung geben oder geben könnten?

2 Gibt es Kontakt von Seiten der Stadt zu diesen Einrichtungen, um die Bereitstellung entsprechender Hilfen zu befördern?

3 Gibt es finanzielle oder logistische Unterstützung durch die Stadt?

4 Welche zielgerichteten Angebote unterbreitet die Stadt selbst?

5 Wie gelangen entsprechende Informationen an die Betroffenen?

6 Steht hierfür ein finanzielles Budget zur Verfügung?

 https://bi.mainz.de/vo0050.php?__kvonr=37195