Wohnbau Mainz: Mieterhöhungen versus Sanierungsstau?
Die Wohnbau hat sich entschieden, ihre Strategie bezüglich Mieterhöhungen bei nicht-preisgebundenen Mietwohnungen zu ändern. In 2020 wurde festgelegt, dass sich die Miete alle 15 Monat um 4% erhöht. Diese Vorgabe galt bis 2024, wurde dann aber um ein Jahr verlängert. Was auch immer die Wohnbau 2020 prognostizierte für ihre Mieterhö-hungsstrategie für das Jahr 2025: im Vergleich zu den Vorgaben ab dem 1.1.2026 war dies ein halber Prozentpunkt mehr. Denn: ab dem kommenden Jahr wurde die Erhöhung auf 3,5% alle 15 Monat festgelegt, was bis 2030 Bestand haben soll. Der Geschäftsführer der Wohnbau, Franz Ringhoffer, wird in der AZ vom 2.10. damit zitiert, dass mit dieser Absenkung um 0,5% dem Unternehmen in den kommenden 5 Jahren Einnahmen von 7,5 Millionen Euro verloren gingen.
Die genannten Mieterhöhungen beziehen sich auf die über 6000 frei-finanzierten der insgesamt knapp 11.000 Wohnungen der Wohnbau.
Dem gegenüber stehen im Bestand der Wohnbau Mietobjekte, in denen dringend saniert werden müsste, weil die Substanz alt ist und es – nach Auskunft der Mieter*innen – seit dem Bau der Häuser in den 60er oder 70er Jahren keine entsprechenden Anpassungen gegeben habe. Viele Mieter*innen fragen sich, weshalb sie Mieterhöhungen ertragen sollen, wenn im Umkehrschluss keine positive Veränderung ihrer Wohnsituation damit einhergeht. So seien Installationen zum Teil nur noch knapp funktionsfähig; notwendige Reparaturen könnten nicht ausgeführt werden, weil es keine Ersatzteile mehr gäbe; Wasserleitungen und Abflüsse seien verrottet, so dass es vermehrt zu Wasserschäden käme.
Wir fragen daher an:
1 Wie viele Problemmeldungen bezüglich defekter Installationen, Leitungen oder Abflüsse liegen der Wohnbau aktuell vor?
2 Gibt es Häufungen bei bestimmten Objekten und wenn ja, welche sind das?
3 Welche der Häuser, die in den 50er und 60er Jahren erbaut wurden, sind in den vergangenen 3 Jahren grundsaniert worden? Welche Arbeiten erfolgten konkret? Wie viele Wohneinheiten waren das?
4 Bei welchen Häusern aus dieser Zeit erfolgte bisher keine Sanierung? Gibt es konkrete Pläne, wann die Sanierung dort angegangen werden soll?
5 Mit welchen Kosten rechnet die Wohnbau für diese Sanierungsarbeiten in den kommenden 5 Jahren? Kann die Wohnbau diese Kosten aus eigener Kraft stemmen?
6 Wie viele Einfachstwohnungen hat die Wohnbau weiterhin im Bestand? Wie hoch war die Zahl in 2024?
7 Gibt es derzeit konkrete Pläne, zusätzliche Objekte anzukaufen? Um wie viele Wohneinheiten handelt es sich dabei?
8 Wie viele neu zu bauende Wohneinheiten sind derzeit geplant und wann sollen diese fertig gestellt sein?
